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von Nils Böckler, I:P:Bm
Fast zur selben Zeit als die Medien vom Fall der letzten IS Bastion in Syrien berichteten, ereignete sich eine der verheerendsten rechtsextremistischen Gewalttaten seit dem Attentat von Oslo und Utøya im Jahr 2011. Der Anschlag von Christchurch (Neuseeland), bei dem ein 28-Jähriger Australier 50 Menschen ermordete, fand in einem Land statt, das weder durch extreme politische Polarisierung, noch durch populistische Demagogen, geschweige denn eine harte und gewaltbereite rechtsextremistische Szene auffällt. Wohl gerade auch deshalb war der Inselstaat als Tatort attraktiv für den Attentäter geworden, der als Einzeltäter agierte im Netz aber Teil einer breit aufgestellten ideologischen Hassgruppe war.
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von Nils Böckler & Dr. Jens Hoffmann, I:P:Bm
Wie der Spiegel gestern berichtete warnt das Bundesamt für Verfassungsschutz explizit deutsche Unternehmen vor Extremismusgefahren durch Innen- wie Außentäter (Link zum Artikel unten). Extremisten nehmen Unternehmen als potentielle Tatorte und Rekrutierungsplattformen ins Visier oder instrumentalisieren sie zum Zwecke der Propaganda und Mobilisierung. Der Extremismus, egal ob im islamistischen, im rechtsextremistischen oder im linksautonomen Spektrum, ist in den letzten Jahren immer dynamischer und vielfältiger geworden. Bedrohungsmanagement ist ein sinnvoller Präventionsansatz, der Unternehmen, Behörden und andere Institutionen befähigt, sich auch auf neue extremistische Trends schnell und ressourcensparend einzustellen.
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von Dr. Jens Hoffmann, I:P:Bm
Wer will, konnte von dem Anschlag in Christchurch lernen: Ein Attentat kann dich berühmt machen – sogar weltweit. Es gibt dir Identität und Bedeutsamkeit.
Zwar gibt es hierzu bislang keine systematische Studie, doch zeigen Fallbeispiele immer wieder, dass radikalisierte Kleingruppen oder Einzelakteure sich von anderen Tätern vor ihnen haben inspirieren lassen. So hatte beispielsweise im April 1999 in London der rechtsradikale Einzeltäter David C. an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden Nagelbomben gezündet in Vierteln von Minderheiten. Dabei starben drei Menschen, darunter eine schwangere Frau. Außerdem wurden 129 weitere Personen verletzt. Nach seiner Verhaftung sagte David C. der Polizei, dass er durch den Bombenanschlag bei den Olympischen Spielen in Atlanta drei Jahre zuvor das erste Mal auf die Idee gekommen sei, eine solche Tat zu verüben. Zudem gab er an, dass er durch seine Taten "... irgendwie berühmt werden wollte. Wenn sich niemand an dich erinnert, ist es als hättest Du nie existiert." Er hatte auch Zeitungsausschnitte seiner ersten Anschläge an die Wand gepinnt. Dadurch wird offenkundig, dass es für David C. bei seinen Gewalttaten nicht alleine um politische Ziele ging.
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von Mirko Allwinn und Dr. Jens Hoffmann, I:P:Bm
Eine neue Studie zu Amokläufen von Erwachsenen in Deutschland und deren Warnverhaltensweisen erscheint nun im renommierten „Journal of Threat Assessment and Management“ (JTAM). Gemeinsam mit unserem US-amerikanischen Kollegen und Amokexperten Dr. Reid Meloy haben wir eine neue Studie zu schweren zielgerichteten Gewalttaten in Deutschland publiziert.
Hierbei verglichen wir psychotische und nicht-psychotische Amokläufer hinsichtlich von Warnverhaltensweisen, die sie vor der Tat zeigten.
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von Nils Böckler und Dr. Jens Hoffmann, I:P:Bm
Zwischen 2012 und 2016 sind mehr als 900 Personen aus Deutschland in Richtung Irak und Syrien ausgereist, um sich im Namen islamistischer Milizen zu engagieren. Während einige Personen sich selbst traumatisiert und desillusioniert stellten, wurden andere als fanatisierte Beteiligte von Folterbrigarden und Terrorkommandos festgenommen. Anhänger beider Gruppen sitzen nun in kurdischen Lagern und warten darauf, was mit ihnen geschehen wird. Dies ist nicht nur für sie selbst, sondern auch für die Staaten, deren Angehörige sie sind, unklar.
