13. Mai 2019
von Katrin Streich, I:P:Bm
Wirft man dieser Tage einen Blick in die Zeitungen mit Fokus auf das internationale Weltgeschehen, so lassen sich dort zahlreiche Beispiele für klassische Eskalationsdynamiken finden. Im aktuellen Handelskonflikt zwischen China und den USA beispielsweise entscheidet wohl am Ende die Wortwahl über eine mögliche Lösung oder eben auch nicht. Der eine bekundet öffentlich auf Twitter, dass er sowieso gewinnen werde und der andere spricht von verletzter Würde. Diese Dynamik befindet sich im Aufwärtstrend einer Eskalation und wird im Laufe der Zeit immer schwieriger (auf)lösbar. Denn Worte vermitteln die eigene Haltung, die Sicht auf das Gegenüber und vor allem können sie direkt in das Zentrum des Selbstwertes treffen. Ist dies einmal geschehen, geht es neben den ganzen inhaltlich zu klärenden Themen vor allem um die Verteidigung eben jenes angegriffenen Selbstwertes und um Gesichtswahrung. Die Sachebene tritt zunehmend in den Hintergrund und die Beziehungsebene fängt an zu feuern.