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Seminare & Zertifikate

Bedrohungsmanagement

Zertifikat: Präventions-Scout

Der Präventions-Scout ist unser niedrigschwelliges Präventionsangebot – für viele Institutionen der Einstieg in ein systematisches Gewaltschutzkonzept.

Bedrohliches Verhalten ist in vielen Institutionen bekannt. Woran es häufiger fehlt, sind die Strukturen: Einer repräsentativen forsa-Befragung im Auftrag der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV, 2024) zufolge weiß nur knapp ein Viertel der Beschäftigten von einer systematischen Erfassung und Auswertung von Gewaltereignissen in der eigenen Organisation, gut ein Viertel von einem Notfallplan und ebenso viele von einer psychologischen Erst- oder Nachbetreuung für Betroffene. In der öffentlichen Verwaltung nimmt zugleich ein Drittel der Beschäftigten wahr, dass Übergriffe zunehmen.

Entscheidend ist deshalb, dass die Zuständigkeit geklärt ist: Wer nimmt einen Vorfall entgegen, ordnet ihn ein und leitet ihn weiter? Nicht jede Institution braucht dafür ein eigenes Bedrohungsmanagement-Team – wohl aber eine benannte Stelle, die diese Aufgabe verlässlich übernimmt.

Genau diese Aufgabe übernimmt der Präventions-Scout. Er oder sie ist die benannte erste Anlaufstelle: erkennt bedrohliches Verhalten, ordnet es anhand vereinbarter Meldeschwellen ein und leitet den Fall an die zuständige Stelle weiter – intern wie extern. Die Risikoeinschätzung übernimmt der Scout ausdrücklich nicht; hierfür bedient er sich der Expertise seines Netzwerks.

Wir schulen seit 2005 Konzepte zur Prävention zielgerichteter Gewalt und haben seither zahlreiche Einzelpersonen und Teams in der systematischen Bewertung, Analyse und Betreuung von Risikofällen ausgebildet.

Hier ein Erklärvideo zum Psychologischen Scout:

 

Nur Bild Präventionspyramide Redesign 06.2026

Der Präventions-Scout setzt dort an, wo bedrohliches Verhalten auftritt – zwischen aggressiver Kommunikation, für die wir Seminare für betroffene Mitarbeitende anbieten, und dem Bedrohungsmanagement, das die Risikoeinschätzung übernimmt. Bei einer akut gefährlichen Situation gilt in jedem Fall: sofort die Polizei rufen.

 

Der Scout kann auch ein bereits bestehendes Bedrohungsmanagement unterstützen. Er / Sie hat eine Vernetzungsfunktion und ist erste Ansprechperson. Die Zertifizierung erfolgt nach Abschluss von 3 Seminaren (mind. 6 Schulungstagen).

Zwei Pflichtseminare sind dabei vorgegeben, die Reihenfolge ist frei wählbar:
1. Präventions-Scout – Grundlagenseminar (2 Tage)

2. Psychologische Erstbetreuung (2 Tage)
 
+ 2 Tage nach Wahl:
Psychologische Deeskalation (1-2 Tage)
Umgang mit psychisch auffälligen Personen (1-2 Tage)
Psychologische Durchsetzungskraft und natürliche Autorität (1 Tag)
Resilienz für Krisen im beruflichen Alltag (1 Tag)

Präventions-Scout

Inhaltsbeschreibung

Fragen und Antworten zum Präventions-Scout:

 

Warum hat IPBm den Präventions-Scout als Gewaltschutzkonzept entwickelt?
Der Präventions-Scout ergänzt unsere bisherigen Präventionskonzepte. Anders als beim Bedrohungsmanagement, übernimmt der Scout nicht die Risikoeinschätzung, sondern bedient sich der Expertise des internen wie externen Netzwerkes. Somit kann der Scout eingesetzt werden, wenn keine genügenden Ressourcen für ein eigenständiges BM bestehen oder die Bedarfe noch nicht klar sind. Der Scout kann dann dabei helfen Strukturen aufzubauen, auch eine Erweiterung auf eigene BM Strukturen sind hier denkbar. Er/ Sie kann aber auch dem Bedrohungsmanagement zuarbeiten, indem eine erste Einschätzung und Anlaufstelle besteht, sowie die Netzwerkarbeit vorangetrieben wird.

Für wen ist der Präventions-Scout gedacht?
Der Scout ist für alle Institutionen gedacht, die ein Gewaltschutzkonzept etablieren wollen. Im Rahmen der Ausbildung lernen die Teilnehmer*innen die wichtigsten bedrohlichen Verhaltensweisen zu erkennen und auch bei sehr schwierigen emotionalen Situationen Gespräche zu führen. Die wichtigsten Grundlagen beim Aufbau eines Gewaltschutzkonzepts werden besprochen und externe wie interne Netzwerkpartner beleuchtet.

Welche Aufgaben übernimmt der Präventions-Scout?
Der Präventions-Scout übernimmt die Ersteinschätzung und prüft dann die weitere Vermittlung an interne bzw. externe Netzwerke. Darüber hinaus kann er helfen, ein Gewaltschutzkonzept aufzubauen und dafür zu sensibilisieren. Die Aufgabenfelder sind hier nicht abschließend festgelegt, sondern können je nach Institution angepasst werden.

Wenn es schon ein Bedrohungsmanagement Team gibt, welche Aufgaben übernimmt dann der Präventions-Scout?
Viele Bedrohungsmanagement-Teams sind durch andere Aufgaben häufig sehr gebunden, gerade die Netzwerkarbeit kann dadurch vernachlässigt werden. Zudem kann der Präventions-Scout gerade bei großen Institutionen eine erste Einschätzung machen und entscheiden, ob das BM Team eingeschaltet werden muss.

Wie viele Personen sollten die Funktion eines Präventions-Scouts übernehmen?
Für ein Funktionsfähiges Konzept sollten zwei Personen die Funktion ausüben, damit man sich gegenseitig vertreten kann. Dabei bedeutet dies nicht, dass dafür 100% Stellenanteil nötig sind, sondern das je nach Bedarf die Position neben der eigentlichen Arbeit erfüllt wird.

Ist allein das Absolvieren des Präventions-Scouts ein funktionsfähiges Gewaltschutzkonzepts?
Die Ausbildung liefert alle Grundlagen, um ein Gewaltschutzkonzept zu etablieren. Dafür müssen vor Ort interne und externe Netzwerke geschaffen und gemeinsame Arbeitsweisen erarbeitet werden.

Anmeldung

Benutzen Sie bitte für Ihre Anmeldung den oben stehenden Link zum Anmeldeformular. Bitte senden Sie uns das ausgefüllte und unterschriebene Formular per Fax, per Post oder als digitalen Scan per E-Mail zu. Die Preise und Anmeldebegingungen entnehmen Sie bitte dem Anmeldeformular.

Für die Ausstellung und Zusendung des Zertifikates berechnen wir eine Bearbeitungsgebühr von 48,– EUR inkl. MwSt.

Zertifikatsinhaber

  • Wypych, Beatrice (Institut Psychologie und Bedrohungsmanagement, D - Darmstadt)
  • Schüler, Krystyna (Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Frauenberatungsstelle | häusliche Gewalt, D - Frankfurt (Oder)

Referenten

Elena Tinkloh, M.Sc. Psych., Psychologische Psychotherapeutin in klinischer Verhaltenstherapie

Elena Tinkloh, M.Sc. Psych., Psychologische Psychotherapeutin in klinischer Verhaltenstherapie

 
Elena Tinkloh verfügt über langjährige Erfahrung im therapeutischen und psychologischen Beratungssetting. Zunächst arbeitete sie primär im forensischen Kontext mit Sexualstraftätern und substanzabhängigen Personen und erstellte Behandlungsgutachten (Zusatzqualifikation der „deliktorientierten Einzeltherapie“).
Später arbeitete sie verstärkt mit substanzabhängigen und psychisch belasteten Jugendlichen. Aktuell arbeitet sie als Honorarkraft in der Hochschulambulanz für Psychotherapie und Neuropsychologie. Ihre Fachrichtung ist klinisch-behaviorale Verhaltenstherapie. Als selbstständige Psychologin arbeitet sie Online Kurse aus, die fachübergreifend Aspekte der Tanztherapie, narrativen und Kunstpsychologie miteinander vereinen.
In ihrer Freizeit ist sie begeisterte Taijiquan Studierende. Für I:P:Bm führt sie Trainings zu den Themen „Umgang mit psychisch auffälligen Personen“ und „Psychologische Deeskalation“ durch.

Dipl.-Psych. Marija Simeunovic

Dipl.-Psych. Marija Simeunovic


ist Diplom-Psychologin und psychologische Psychotherapeutin im Richtlinienverfahren der tiefenpsychologisch-fundierten Psychotherapie.

Ihre langjährige klinische Erfahrung umfasst Tätigkeiten als Psychologin und Bezugstherapeutin in stationären und ambulanten Einrichtungen. Darüber hinaus ist sie als Trainerin für Konfliktmanagement und Kommunikation tätig.

Derzeit arbeitet Frau Simeunovic als psychologische Psychotherapeutin am Tiefenpsychologischen Institut Baden. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Durchführung von Einzel- und Gruppentherapien für Erwachsene mit psychischen Störungen. Ihre therapeutische Arbeit basiert überwiegend auf tiefenpsychologisch fundierten Methoden, die sie mit kompetenz-, ressourcen- und lösungsorientierten hypnotherapeutischen Konzepten ergänzt.

Als Dozentin zeichnet sich Frau Simeunovic durch Flexibilität und Kreativität aus. Sie passt Methoden, Inhalte und Interventionen kontinuierlich an die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmenden an, um optimale Lernerfahrungen und nachhaltige Veränderungen zu ermöglichen.

Dipl.-Psych. Justine Glaz-Ocik

Dipl.-Psych. Justine Glaz-Ocik


Justine Glaz-Ocik ist Kriminalpsychologin. Sie war zudem als stellvertretende Leiterin einer Täterarbeitseinrichtung tätig und ist zertifizierte Deeskalationstrainerin in Fällen häuslicher Gewalt (DET®). Dort führte sie u.a. das Fallmanagement mit Stalkern und Gewalttätern durch. Sie forscht im Bereich Tötungsdelikte an Kindern, Stalking und schwere Gewaltdelikte und ist an der Entwicklung eines Online-Instruments zur Risikoeinschätzung bei Partnergewalt und Stalking beteiligt.

Dipl.-Psych. Carmen Krettek

Dipl.-Psych. Carmen Krettek


Carmen Krettek ist Dipl.-Psychologin, Systemische Beraterin und Systemischer Coach mit über 10-jähriger Berufserfahrung. Ihre Themenschwerpunkte liegen in der Begleitung von Menschen in Krisen sowie in der Transformationsbegleitung, Organisationsentwicklung und im Change Management. Erfahrungen aus unterschiedlichen Branchen und Verantwortungsbereichen in HR und Organisation bilden neben ihrem Hintergrund als Diplom-Psycholigin die fachliche Basis.

Ein weiteres Anliegen ist die Veränderung von Lehre und v.a. Hochschullehre. Frau Krettek bietet an (dualen) Hochschulen Lehrveranstaltungen zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung, Coaching und Gruppendynamik an, die nicht von Fakten und Fachwissen, sondern in erster Linie von persönlicher Erfahrung geprägt sind.