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von Dr. Jens Hoffmann, I:P:Bm

 

Schon vor einigen Jahren hat der IS dafür geworben Alltagsgegenstände als Waffen für Anschläge zu nutzen. So wurde dem Aufruf folgend im Jahr 2013 bei einem Attentat in Boston ein Schnellkochtopf als Bombe eingesetzt, wobei drei Menschen getötet und 264 verletzt wurden, einige von ihnen mit schweren Verstümmelungen.

 

In Europa begann die jüngste Gewaltserie mit dem Anschlag in Nizza am französischen Nationalfeiertag im vergangenen Juli. Dort fuhr der Täter mit einem LKW durch die Menschenmenge, 86 Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt. Ein identisches Szenario folgte auf dem Berliner Weihnachtsmarkt: Hier raste ein LKW ebenfalls gezielt in Menschengruppen, ein Fahrer und elf Besucher des Weihnachtsmarktes kamen ums Leben, 55 erlitten Verletzungen.

 

Im März der Anschlag am Westminster Palace in London: Wieder wurde ein Auto als Waffe eingesetzt, diesmal ein PKW, zudem erstach der Täter einen Polizisten. Es handelte sich hier offenbar um einen Lone-Actor ohne Beziehungen zu terroristischen Organisationen. Nur einen Tag danach versuchte im belgischen Antwerpen ein Mann in eine Menschenmenge zu rasen, dies gelang glücklicherweise nicht. Im Kofferraum des Täters fanden sich Stichwaffen und ein Gewehr.

 

Nun müssen wir heute erschüttert feststellen, dass dieser Modus Operandi erneut umgesetzt wurde: In Stockholm raste ein Lastwagen am Nachmittag in ein Kaufhaus.

 

Hieraus lassen sich zwei Schlüsse ziehen:
(1) Das Auto als Waffe erschwert eine spezifische Früherkennung eines solches Tatplans, zumindest beim PKW gibt es hier einen leichten Zugang.
(2) Der gefürchtete Nachahmungseffekt zeigt seine Wirkung: Das Tatszenario "Gezielte Autofahrt in Menge" inspiriert neue Täter. Mit jedem Anschlag, der diesem Modus Operandi folgt, steigt die Wahrscheinlichkeit weiterer terroristisch motivierter Attentate.

 

Was lässt sich tun? Zielführend erscheint eine breite Sensibilisierung für potenzielle Warnsignale, beispielsweise bei Behörden, Flüchtlingseinrichtungen, Schulen und Hochschulen und Unternehmen. Genau für diese Problemstellung hat I:P:Bm in den letzten Monaten ein wissenschaftlich fundiertes und empirisch validiertes Instrument entwickelt, den Radikalisierungsscreener. Eine reale oder virtuelle Schulung qualifiziert für das Instrument. Zugleich ist der Radikalisierungsscreener ein Online Tool, welches überall unkompliziert angewendet werden kann.

 

Ergänzt werden sollte eine solche Sicherheitsarchitektur durch die Verbindung zu qualifizierten Fachpersonen, die dann in der Lage sind die Auffälligkeiten im Screener tiefergehend zu bewerten oder falls notwendig weitere Recherchen vorzunehmen. Dies entspricht dem Modell eines vernetzten Bedrohungsmanagements nach internationalen Qualitätsstandards und ist mit einem vertretbaren Aufwand auch kurzfristig umsetzbar.

 

 

 

 

 

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