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Sozialwissenschaftler, Psychologen, Informatiker, Polizei und Präventionsakteure arbeiten gemeinsam daran, dem Extremismus in Social Media Netzwerken entgegenzutreten

 

Darmstadt – Das Institut Psychologie und Bedrohungsmanagement aus Hessen analysiert in enger Kooperation mit der Universität Bielefeld Prozesse der Onlineradikalisierung. Die Befunde sollen für die Früherkennung und Verhinderung extremistischer Gewalt nutzbar gemacht werden. Das Projekt ist Teil eines Verbundes von Wissenschaftlern, Polizei und Präventionsakteuren, der durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Das Kooperationsnetzwerk mit dem Namen X-SONAR nimmt im März seine Arbeit auf und widmet sich den aktuellen Herausforderungen des Web 2.0. Rechtsextremisten wie Islamisten haben mittlerweile vielfältige Möglichkeiten erschlossen, das Internet für ihre Zwecke zu nutzen. Im virtuellen Raum wird rekrutiert, gehetzt und zu Gewalttaten aufgerufen. Im Zuge von terroristischen Attentaten spielte das Internet bei rund jedem zweiten Einzeltäter eine bedeutende Rolle als Radikalisierungsfaktor. Bei Menschen, die sich aus islamistischer Motivation in Richtung Syrien und den Irak begeben haben, sind es immerhin rund 40 %.

 

„Die Vergangenheit zeigt, dass ideologisch motivierte Täter immer wieder Spuren im Internet hinterlassen haben. Aus diesen Verhaltensmustern sollten wir für die Zukunft lernen“, sagt Dr. Jens Hoffmann, Kriminalpsychologe und Leiter des Instituts Psychologie und Bedrohungsmanagement. Dabei bezieht er sich nicht nur auf islamistische Attentäter, wie etwa Anis A., der im Dezember letzten Jahres mit einem LKW in den Berliner Weihnachtsmarkt gefahren ist, sondern auch auf Reichsbürger und rechtsterroristische Verbünde. Die Mitarbeiter des Darmstädter Instituts haben jahrelange Erfahrung in der Beratung von Unternehmen, Hochschulen und Behörden sowie in der Einschätzung des Gefahrenpotenzials von auffälligen und bedrohlichen Personen und Gewalttätern. „In Zusammenarbeit mit Informatikern, Sicherheitsbehörden und Verantwortlichen von Multimediaunternehmen besteht nun die Möglichkeit, diese Erkenntnisse für die Prävention im virtuellen Raum anwendbar zu machen“, erklärt Nils Böckler, der das Projekt mitentwickelt hat. Er ergänzt: „Der Extremismus zeigt sich in den heutigen Tagen höchst dynamisch und innovativ, wobei wir neue Trends im Internet oftmals als erstes beobachten können.“ Gerade im Angesicht hollywoodreifer Rekrutierungsbemühungen im salafistischen Bereich sowie eines enormen Anstiegs von Anschlägen gegen Asylunterkünfte ist es wichtig, die Bildung radikaler Netzwerkstrukturen frühzeitig ins Blickfeld zu rücken. Präventionsbemühungen sollten darauf fokussieren, dass es weniger Möglichkeiten gibt, über das Internet in radikale Milieus einzutauchen. Dies macht sich der Verbund – immer unter Berücksichtigung enger rechtlicher und ethischer Maßstäbe – zur Aufgabe.

 

Fragen zur Forschungsgruppe sowie zu dem Teilprojekt des Instituts Psychologie und Bedrohungsmanagement können an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gerichtet werden.

 

 

 

 

 

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